Preisträger 2014

 



Diébédo Francis Kéré

Kérés Arbeiten sind direkte bottom-up-Hilfen zur Weiterentwicklung einer lebendigen Gesellschaft. Aus dieser Initiative und in dieser angemessenen Architektur entwickelt sich allmählich eine eigenständige, unabhängige Generation von Menschen. Kéré beweist damit, dass Architektur eine unmittelbare Daseinsberechtigung sowie eine profunde wie alltägliche Bedeutung für Menschen haben kann.

Die Laudatio von Wilfried Wang auf den Preisträger zum Download > hier

>>> Kéré Architecture

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Juhani Pallasmaa

Pallasmaa’s career – now spanning over nearly six decades – encompasses the full spectrum of building, teaching, writing, editing, lecturing and curating. The true fruit of Pallasmaa’s prodigious life-work lies patently in his thinking about architecture: that is, in his prolific and continuously evolving writing, as well as in his teaching of the discipline. Not surprisingly, Pallasmaa takes a clear stance with regard to moral imperatives in our discipline, considering the responsible rôle that architecture plays in its conditioning of lives.

Die Laudatio von Louisa Hutton auf den Theoriepreisträger finden Sie > hier

Preisträger 2012

 

Al Borde

Schelling Architektur-Preis 2012
Al Borde Arquitectos

„Das Team aus Ecuador überzeugt durch poetische Deutung der konstruktiven Grundlagen des Bauens.“

Al Borde (Malu Borja, David Barragán, Esteban Benavides, Pascual Gangotena) wurde 2007 gegründet. Das Team aus Ecuador überzeugt durch poetische Deutung der konstruktiven Grundlagen des Bauens. Sie analysieren Bedürfnisse, konzipieren die Finanzierung sowie die Umsetzung der Projekte. Qualitätvolle Architektur kann in Ecuador nur mit großem Engagement der Architekten entstehen.

>>> Al Borde Arquitectos 


Frampton

Schelling Architekturtheorie-Preis 2012
Kenneth Frampton

„Sein theoretischer Bogen umspannt eine Weite, die von kaum einem anderen Vordenker der Architektur zuvor erreicht wurde.“

Die grundlegenden Studien des britischamerikanischen Architekten und Architekturhistorikers zur Tektonik und zur architektonischen Großform als prägende Teile der Stadtlandschaft sind herausragend. Sein theoretischer Bogen umspannt eine Weite, die von kaum einem anderen Vordenker der Architektur zuvor erreicht wurde. Daruber hinaus wird er fur seine präzisen Studien geehrt, mit denen er sowohl das aktuelle Baugeschehen als auch die Geschichte der modernen Architektur seit dem fruhen 19. Jahrhundert analysiert. 

 

>>> Kenneth Frampton (wikipedia)



Preisträger 2010

 

Schelling Architektur-Preis 2010
Wang Shu & Lu Wenyu /Amateur Architecture Studio

„Wang und Lu erkennen die Notwendigkeit einer philosophischen und konzeptiven Begründung der Architektur, die ihren Ursprung in der Substanz des Bauens finden muss.“

Im Schatten der spektakulären Manifeste der neuen Architektur Chinas fordert Amateur Architecture Studio eine Rückbesinnung auf die historische Tradition chinesischer Architektur in ihrem Dialog mit Handwerk und Landschaft. Das Studio arbeitet bewußt mit lokalen Ressourcen und Materialien und schöpft daraus eine poetische und atmosphärische Kraft.
Jenseits der globalen Konjunktur eitler Ikonen landet die Architektur wieder dort, wo sie immer begonnen hat: bei der Nutzung lokaler Ressourcen und der Aufnahme lokaler Traditionen. Diese Haltung ist somit ein Vorbild für jede andere Region der Welt. Es mag eine Paradoxie sein, dass im Reich jener Weltmacht, die heute eine globale Entwicklung beschleunigt, eine derart kraftvolle Gegenposition des zeitgenössischen Lokalen formuliert wird. Dietmar Steiner

>>> Amateur Architecture Studio


Schelling Architekturtheorie-Preis 2010
Jean Louis Cohen

„Er thematisiert Baukultur als Medium der Selbstverständigung jenseits nationaler Traditionen.“

Das Werk des französischen Architekten, Forschers, Wissenschaftlers und Kurators umfaßt Publikationen und Ausstellungen, die wesentlich zum Verständnis der internationalen Verbindungen zwischen maßgeblichen Architekten der Moderne und ihrer Wirksamkeit beigetragen haben. Zwischen akribischer Forschung und anschaulicher Darstellung der Ergebnisse in Ausstellungen und umfassenden Publikationen gelingt es Jean-Louis Cohen wie kaum einem anderen Wissenschaftler im Bereich der Architektur- und Planungsgeschichte, ein breites Publikum anzusprechen und dabei zugleich ebenso für die Qualität der vom Menschen gestalteten Umwelt wie auch gegen deren Gefährdung im Wechsel der Generationen und der Epochen die Stimme zu erheben. Werner Durth


Medaillen:

Tom Heatherwick
Heatherwicks Zugang zur Architektur ist ungewöhnlich, denn zum einen wird die handwerkliche Bearbeitung von Materialien betont, zum anderen legt er Wert auf Prototypen sowie Herstellungsprozesse. Darüber hinaus besitzt er offensichtlich die Gabe, Menschen zu begeistern und erfolgreich die verschiedenen Talente der vielen Mitarbeiter zu nutzen, um – in seinen Worten – “Dinge entstehen zu lassen”.

Kaschka Knapkiewicz & Axel Fickert
Die Arbeiten von Katharina Knapkiewicz und Alexander Fickert zeichnen sich durch einen ideologiefreien und daher wohltuend entspannten Umgang mit dem Wohnungsbauerbe der Moderne aus. Nicht der neutrale Wohnraum wird angeboten, sondern ein Raum, der die unentdeckten Wohnpotentiale seiner Bewohner wecken möchte.
Im Mittelpunkt steht eine Vorstellung des architektonischen Raums, in dem, ähnlich wie im englischen Landschaftsgarten, ein Ausgleich gesucht wird zwischen der Wahrnehmung des sich bewegenden Subjektes und einer hintergründigen und hoch differenzierten geometrischen Ordnung.


Preisträger 2008

 

Schelling Architektur-Preis 2008
Jan Olaf Jensen & Borre Skodvin

„Ein kulturell ganzheitlicher Ansatz verleiht ihrer Architektur eine stimmige, vermittelnde Kraft.“

Auf der Suche nach Leitbildern für eine ganze Kultur, sei  es die Baukultur, eine regionale Kultur oder sogar eine Zeitkultur,  entwickeln  Jensen & Skodvin in sich stimmige Architektur als Antwort auf alle drei Kulturkomponenten. Die Stimmigkeit leitet sich aus den  Grundprinzipien ab, an die  sich Jensen & Skodvin halten:  Ihre Architektur wirkt vermittelnd angesichts des Bestandes, sei es mit Bezug auf die gegebene Topographie  oder die vorhandene  Bausubstanz.  Durch  Respekt  und Verständnis für diesen Bestand gelangt  die Gesamtgestalt zu einer Poesie der Gleichzeitigkeit. Wilfried Wang

>>> www.jsa.no


Schelling Architekturtheorie-Preis 2008
Friedrich Achleitner

„Er analysiert auf höchstem Niveau und bewertet sprachlich brillant.“

Aus der produktiven Verbindung von Literatur und Architekturkritik hat Achleitner eine besondere Qualität präziser  Analyse von  Bauten  und  übergreifenden Entwicklungen in der Architektur- und Stadtgeschichte  entfaltet, die inzwischen ein reiches Lebenswerk prägt. Besonders  hervorzuheben ist  Dokumentation  Österreichische  Architektur im 20. Jahrhundert,  die  drei Bände umfasst und für  die  Geschichtsschreibung auch andernorts auf höchstem Niveau Maßstäbe  setzt. Diese  umfangreiche  Arbeit  ist  das Ergebnis  langjähriger Forschung  auf  der  Grundlage sorgfältiger Auswertung aller erreichbaren archivalischer Quellen, persönlicher Besichtigung aller Bauten vor Ort  und deren sprachlich brillanten Bewertung. Dietmar Steiner


Medaillen:

Richard Kroeker
Kultureller Kontext ist für ihn eine Matrix, aus der die intelligenten Lösungen für zukünftige Aufgaben entwickelt werden können. So lernt er von den Ureinwohnern der kanadischen Ostküste, den Miqmacs, Materialkenntnisse und echniken, die in seinen Bauten tradiert werden.

Jürg Conzett
Beste Ingenieurkenntnisse, leidenschaftliches Interesse an der Baugeschichte, Feinfühl für Form und Material sowie gestalterischer Mut fließen untrennbar in die Arbeit von Jürg Conzett ein. Ob er selbst entwirft oder mit Architekten zusammen wirkt – immer überrascht die bestechenende Einheit von Tragwerk und Gestalt.


Preisträger 2006

 

Schelling Architektur-Preis 2006
Anne Lacaton & Jean Philippe Vassal

„Ihnen ist es gelungen, durch kreative Zurückhaltung die Architektur zu erneuern.“

Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal gehören zu den wichtigen Repräsentanten der vielfältigen und ambitionierten zeitgenössischen französischen Architekturszene  und eröffnen eine neue Position in der internationalen Architekturdebatte. Sie schaffen mit hoher ökonomischer und sozialer Verantwortung atmosphärisch dichte, menschliche Räume. Das Architekturzentrum Wien wurde schon früh auf ihre Arbeiten aufmerksam.
Lacaton & Vassal sind die derzeit wahrscheinlich radikalsten Architekten. Ihre Radikalität ist nicht von der Erfindung neuer Formen getrieben, sondern von der permanenten Frage nach dem adäquaten Einsatz materieller Mittel, um optimale Atmosphären zu schaffen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie bei jeder Bauaufgabe, vom einfachen, billigen Einfamilienhaus bis zum Luxushotel, immer das reichste räumliche Angebot als Ziel im Auge behalten. Dabei befreien sie sich auf eine grundsätzliche Art und Weise von allen herkömmlichen Bildern und Vorstellungen und versuchen ständig, Konventionen zu hinterfragen. Es ist in einer Zeit, in der Architektur vor allem als Produzent von spektakulären Bildern gesehen wird, geradezu provokativ, wenn die Verweigerung dieser Bilder als Lösung propagiert wird.
Lacaton & Vassal wurden 2000 zum französischen Beitrag der Architekturbiennale in Venedig eingeladen. Diese hatte das Motto „Less esthetics - more ethics“. Lacaton & Vassal wollten für das Budget des Beitrags Wasserpumpen für Afrika ankaufen und dies im Beitrag nur dokumentieren. Das war für die Verantwortlichen zuviel „ethics“ - der Beitrag wurde abgesagt.
Ebenso radikal wie ihre architektonische Position ist auch ihre Arbeitsmethode. Nichts wird zeichnerisch erfasst: Skizzen könnten sie selbst und später einmal die Bauherren dazu zwingen, an ersten Bildern festzuhalten. Sie arbeiten auch nicht mit Modellen, da diese den Blick von außen erzwingen und zu skulpturalen Lösungen animieren könnten. Vielmehr erweitern sie ständig ihre Arbeitsmethoden, forschen nach neuen Techniken und Wegen für die jeweils gestellten Projektanforderungen. Dietmar Steiner

>>> www.lacatonvassal.com


Schelling Architekturtheorie-Preis 2006
Werner Sewing

„Einzigartig ist seine analytisch scharfe und aufrichtige Beurteilung zeitgenössischer Architektur und Stadt.“

Am 28. Juli 2011 verstarb Werner Sewing nach schwerer Krankheit.

Werner Sewing darf gegenwärtig als international einflussreichster, wichtigster deutschsprachiger Architektur- und Stadttheoretiker gelten. In England, in den USA und in China stoßen seine Analysen und Thesen zu Architektur und Städtebau auf ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, das – umgekehrt – seinem teilnehmenden Interesse an internationalen Entwicklungen zu danken ist. Während hierzulande geführte Diskurse oft in nationaler Enge ersticken, gelingt es ihm, größere Zusammenhänge mit ökonomischem, politischem, wirtschaftlichem und soziologischem Wissen herzustellen. Dabei bügeln seine Argumentationen mit Internationalität oder Disziplinen übergreifenden Ansätzen gerade nicht das Themenspektrum glatt. Im Gegenteil: Sie dienen dazu, die Einflüsse aus verschiedenen Kulturkreisen und Fachbereichen akribisch zu präzisieren.
Von kaum zu überschätzendem Wert ist Werner Sewings Engagement seit dem Fall der Mauer. In Berlin durch und durch urbaner Existenz verpflichtet, blieben seine Analysen und Kommentare zu Stadtentwicklung und Architektur in der Hauptstadt unabhängig von allen beteiligten Interessensgruppen. Lobbyisten, Politiker, Planer und Architekten durften in ihm nie einen instrumentalisierbaren Verbündeten suchen. Seine rhetorische Kraft ist gefürchtet. Konsens in jeglicher Form ist ihm als Architektur- und Stadttheoretiker, dessen Denken an Niklas Luhmann und später noch mehr an Max Weber geschult worden ist, suspekt. Er ist nicht radikal, sondern eigenständiger Erkenntnis zwischen Pop und Hochkultur verpflichtet.
Wenn ein „New Urbanism“ als Verheißung aus Amerika importiert wird, entlarvt Werner Sewing mit profunden Kenntnissen den Begriff als ästhetischen und sozialen Etikettenschwindel und hierzulande als Nobilitierungsversuch eines reaktionären Traditionalismus. Streitlustig analysiert er alles hinter den Bildern, mit denen Stadtplanung und Architektur im Zuge eines fragwürdigen „iconic turn“ reüssieren – und zollt dennoch den Architekten in ihrer gestalterischen Kompetenz Respekt. In seinem sprachgebundenen Engagement manifestiert sich die Notwendigkeit zeitgenössischer Architekturtheorie aufs Beste. Ursula Baus


Medaillen: Alejandro Aravena, Titus Bernhard, Sergison Bates | Uta Hassler, Niklaus
Kohler


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