08.10.2016 | Ausstellung zur Information im Vorfeld

 

Erstmals in der Stiftungsgeschichte werden die Kandidaten vor der Preisverleihung  öffentlich vorgestellt. Im Architekturschaufenster werden die Arbeiten von DVVT (Gent), Kempe Thill (Rotterdam) und Rozana Montiel / Estudio de Arquitectura (Mexico) sowie von Doug Saunders gezeigt.

Architekturschaufenster Karlsruhe, Waldstraße 8, 76133 Karlsruhe
3. November, 19 Uhr: Eröffnung
Ausstellung: bis 25. November 2016


18.05.2016 | Die Schelling Architektur- und Architekturtheoriepreise 2016

 

Nominierungen und Theoriepreisträger stehen fest | Save the date: 16. November 2016 um 18 Uhr


Das Kuratorium der Schelling Architekturstiftung hat dieses Jahr drei Büros für den mit € 20.000 dotierten Architekturpreis nominiert, die sich bei der offiziellen Preisverleihung am 16. November 2016 mit Kurzreferaten der Öffentlichkeit sowie dem Wahlkuratorium vorstellen werden.

In der Begründung des Kuratoriums für die drei Nominierungen heißt es:

ATELIER KEMPE THILL, Rotterdam

André Kempe und Oliver Thill realisieren in Zeiten, in denen weltweit Städte stark umgebaut werden und wieder mal wirtschaftliche Lösungen für Wohnungen und öffentliche Bauaufgaben dringend gesucht sind, konsequent, zielstrebig, innovativ und poetisch funktionale und zugleich schöne Bauten. Sie schaffen mit spezifischer Zurückhaltung im Ausdruck ihrer Bauten ein Gegenmodell zur derzeit stark individualisierten Architektur und beweisen mit jedem neuen Projekt ihr Gespür für gesellschaftliche Fragen und die entsprechende Relevanz der Architektur. Das Kuratorium sieht in der architektonischen Haltung und im gebauten Werk von Kempe Thill hervorragende Botschafter des wegweisenden Bauens in Europa.

ARCHITECTEN DE VYLDER VINCK TAILLIEU (DVVT), Gent

Die flämischen Architekten Jan De Vylder, Inge Vinck und Jo Taillieu haben in wenigen Jahren ein umfangreiches Werk geschaffen, das eine ganze Reihe vermeintlicher Gewissheiten über Architektur infrage stellt. In Gent, wo das Büro 2008 gegründetet wurde, befindet sich ein Großteil davon: unorthodox und ironisch – meist Wohnhäuser, Um- und Anbauten, zunehmend auch öffentliche Räume. Ihre Architektur spielt mit den Erwartungen des einzelnen Betrachters, ihren Sehgewohnheiten und der Uminterpretation von Materialien. Das Unfertige ihrer gebauten Architektur ist nicht Absicht; es ist das Ergebnis eines präzisen Entwurfs- und Bauprozesses, der nach der Vorstellung der Architekten vor allem eines ist: so lange wie möglich offen sein für Veränderung, für Improvisation.

ROZANA MONTIEL | ESTUDIO DE ARQUITECTURA, Mexico D.F.

Die mexikanische Architektin Rozana Montiel verfolgt mit ihrem interdisziplinären Team neben den üblichen Entwurfstätigkeiten junger Büros die künstlerische Umdeutung von öffentlichem Raum sowie die Erforschung von Gestaltungsmöglichkeiten für städtische Bereiche mit Entwicklungspotentialen und gesellschaftliche Problemzonen, mit denen sich ansonsten weder die Politik noch der Berufsstand befassen. Montiel kombiniert analytische Beobachtung mit ansprechend direkter, konkreter Gestaltung. Sie nutzt ihre Kritik am status quo zur Entwicklung von architektonischen Interventionen, die mit Nutzern und Betrachtern in einen selbstverständlichen Dialog eintreten.

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Für den mit € 10.000 dotierten Preis für Architekturtheorie wurde vom Kuratorium bereits gewählt:

DOUG SAUNDERS

Die Schelling-Architekturstiftung würdigt den britisch-kanadischen Architekturtheorie-Preisträger Doug Saunders für die neue Perspektive, mit der er die Ursachen von Randbedingungen für und Einflüssen auf die neuen Einwanderungsquartiere im Westen erforscht. Damit erarbeitet er Grundlagen auch für den Städtebau, die letztlich über den Erfolg oder Misserfolg unserer urbanen Lebensverhältnisse im 21. Jahrhundert entscheiden werden. Seine Beobachtungen und intensiven Recherchen zum Thema Migration in zwanzig Metropolen auf allen Kontinenten fasste er 2011 in dem Buch 'Arrival City' und 2012 in dem Buch 'Mythos Überfremdung' zusammen.
Doug Saunders gehört am Abend dem Wahlkuratorium an und ist stimmberechtigt.

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Die Vorträge der nominierten Büros sowie die Preisverleihung finden statt am:

16.November 2016 um 18 Uhr am KIT / Fakultät für Architektur, Englerstr.11, 76131 Karlsruhe


31.03.2016 | Die Schelling Architekturstiftung trauert um Zaha Hadid (1950-2016)

zaha hadid schelling

Bereits mit ihrem frühen Werk entsprach Zaha Hadid dem Stiftungsideal: die unbändige Vision einer zukünftigen Architektur zu versprechen. Die Verwirklichung dieser Vision fand zwar erst viel später nach der Verleihung des Schelling Architekturpreises von 1994 statt, aber mit jedem Bauwerk umso überzeugender. Mit dem Feuerwehrhaus für Vitra in Weil am Rhein begann ihre Karriere, und mit dem Phaeno in Wolfsburg setzte Zaha Hadid mit ihrem Büro ein Zeichen für einen Maßstabssprung. Die fließenden Räume und Formen der kleinen Projekte verlassend, wandte sich Zaha Hadid den Bauten für die Kultur und dem Städtebau zu. In Cincinnati, Rom und Guangzhou, um nur einige Städte zu nennen, in denen Zaha Hadids Werke errichtet wurden, konnte sie ihre immer auch kontrovers diskutierten Ideen zur Architektur verwirklichen.

In der Öffentlichkeit erschien sie divenhaft; privat war sie eine genuine und verbindliche Person. Ihr Aufstieg, anfänglich großzügig unterstützt durch Gönner wie Alvin Boyarsky, den damaligen Direktor der Architectural Association in London, wo sie lehrte, war hart erkämpft. Mit ihren frühen, an die russischen Konstruktivisten erinnernden Wettbewerbsentwürfen wurde sie als „Papierarchitektin“ verkannt. Das Konstruieren eignete sie sich unentwegt an und beherrschte es nach ihrem Weltbild. Entwurfspozesse und ihre Umsetzung in Tragwerk und konstruktive Details verfolgte sie akribisch. Zaha Hadid schuf eine multipolare, dynamische Architektur, passend zu einer globalisierten Zivilisation; und damit transzendierte sie den muffigen Provinzialismus, die piefige Postmoderne, die Wohlfühl-Rekonstruktionstendenzen, die banale Investorenarchitektur und das saturierte Neo-Biedermeier.

Eine Pionierin im gesellschaftlichen und räumlichen Sinne Erich Mendelsohns, Antonio Sant’Elias' und Hans Scharouns hat uns viel zu früh verlassen.


14.01.2016 | Alejandro Aravena erhält den Pritzker Preis

 

Die Schelling Architekturstiftung gratuliert Alejandro Aravena herzlich zum Pritzker Preis 2016.
Aus der Jury-Begründung: „Alejandro Aravena is leading a new generation of architects that has a holistic understanding of the built environment and has clearly demonstrated the ability to connect social responsibility, economic demands, design of human habitat and the city. Few have risen to the demands of practicing architecture as an artful endeavor, as well as meeting today's social and economic challenges. Aravena, from his native Chile, has achieved both, and in doing so has meaningfully expanded the role of the architect.“

2006 war Alejandro Aravena beim Schelling Architekturpreis mit einer Medaille ausgezeichnet worden.


19.11.2015 | Der erste Schelling Studienpreis wurde verliehen

 

(Bild: Bernd Seeland, Schelling Architekturstiftung)

Am 18. November 2015 wurde in Karlsruhe am KIT zum ersten Mal der Schelling Studienpreis verliehen. Die besten Abschlussarbeiten der Jahre 2014 und 2015 wurden juriert und mit zwei Anerkennungen und dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Nominiert waren sechs Diplom- beziehungsweise Masterarbeiten von den Studierenden

Pierre Jean Holl (Stadtmuseum Köln; Diplomarbeit)
Joschka Kannen (Border isLand Cyprus; Masterarbeit)
Matthias Leschok (Mycel – Responsive Architecture; Diplomarbeit)
Vicky Müller (Stille Räume in der Stadt – Neue Ruheräume im städtischen Raum; Masterarbeit)
Max Mütsch (Istanbul 2037 – ein neues Paradigma für Infrastrukturen; Diplomarbeit)
Emiliya Mykhaylyuk (Forum der Menschenrechte; Masterthese)

Anerkennungen gingen an Max Mütsch und Pierre Jean Holl.

Den mit 2000 Euro dotierten Studienpreis erhielt Vicky Müller.

Preiströägerin Vicky Müller, Dekan Matthias Pfeifer und Jutta Dambach-Stierle, aus dem Vorstand der Schelling Architekturstiftung
(Bild: Bernd Seeland, Schelling Architekturstiftung)

„Die Masterarbeit von Vicky Müller beschäftigt sich mit Orten der Stille in der Stadt - und bekommt eingedenk der gegenwärtigen politischen Ereignisse eine bemerkenswerte Aktualität. Denn Vicky Müller behandelt bewusst den Aspekt des Glaubens ebenso wie die generellen Rückzugsmöglichkeiten im städtischen Raum. An verschiedenen Standorten in Karlsruhe werden beispielhaft sowohl ein System und eine Grammatik räumlicher Methoden entwickelt.Die Standortwahl und deren Herleitung sind thematisch schlüssig hergeleitet und nachgewiesen. Es überzeugt in dieser Masterarbeit eine eigene, spezifische Formensprache. Die verschiedenen Varianten zeigen auf erstaunliche Weise ihren eigenen Charakter und eine außergewöhnliche gestalterische und räumliche Qualität.“

Juroren waren Diébédo Francis Kéré, Moritz Maria Karl, Louisa Hutton und Ursula Baus.
Diébédo Francis Kéré beglückwünschte die „jungen Kollegen“ in einer Videobotschaft.
(Bild: Bernd Seeland, Schelling Architekturstiftung)

Zum Statement von Francis Kéré bei vimeo > hier


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